Tag 115 – 117: Wieder in Lemmer

von Franz am 26.09.2019 / in Allgemein

Nach 117 Tage bin ich wieder in Lemmer angekommen. Wenn jemand fragt, ob Wehmut aufkommt, kann ich nur sagen: „Natürlich, was denkst du denn?“.
Renate und ich hatten zusammen mit dem Boot eine super schöne Zeit, die wir nicht missen möchten. Ich bin mir nicht sicher, ob es genauso gekommen ist, wie wir es uns zu Beginn der Reise vorgestellt hatten. Aber was weiß man am Anfang einer Reise schon, was alles zu erleben gibt? Wir haben sehr viel erlebt. Durchweg nur nette Leute und fantastische Länder kennen gelernt, die wir vorher nicht kannten. Das alles war zeitweise etwas spannend, manchmal auch etwas aufregend, aber immer positiv. Wir hatten keinen Tag, der uns nicht gefallen hatte, außer vielleicht eine etwas anstrengende Nacht in Uska. Auf den Schwell dort in der Nacht, bei starkem auflandigem Wind, der uns und das Boot ordentlich durchgeschüttelt hatte, können wir getrost verzichten. Aber auch hier sind wir um eine Erfahrung reicher geworden und achten mittleiweile auf die Lage des Hafens zum ankündigten Wind.
Ich kann nur jedem empfehlen, wenn er oder sie die Möglichkeit und natürlich auch die Lust zu so einer Reise hat, dann sollte man dies auch unbedingt tun. Wir werden sicherlich sehr lange von den Erfahrungen und Erlebnissen zehren und hoffen, dass die eine oder andere Bekanntschaft, die wir gemacht hatten, in Zukunft ausgebaut werden kann.

Nun wird man vielleicht noch fragen, was ich den die letzten drei Tage gemacht habe? Ehrlich gesagt ist nicht viel passiert. Von Lauwersoog bin ich die stehende Mastroute Richtung Lemmer gefahren. In Dokkum und Burdaard hatte ich zwei Zwischenstopps zum Erkunden der Orte eingelegt. Übernachtet hatte ich dann an einem Liegeplatz in der freien Natur. Am Tag darauf hatte ich in Leeuwarden auch eine Rast eingelegt, um mir das dortige Friesenmuseum anzuschauen. Leider war die Ausstellung über die Nazizeit in Friesland geschlossen. Nach dem Besuch bin ich dann weitergefahren und hatte in Grou übernachtet. Dort hatte ich das Glück Beate und Thilo aus dem Westerwald kennen zu lernen. Die waren sogar für 6 Monate unterwegs und waren ebenfalls auf den Rückweg. Wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den beiden Lemmer in der Marina, die wir zukünftig gemeinsam teilen werden. Am letzten Tag hatte ich noch ein Stopp in Sneek eingelegt und war am späten Nachmittag wieder in Lemmer angekommen. Da war schon ein komisches Gefühl.

Über 2400 Seemeilen liegen hinter uns. Im Gegensatz zu vielen in Deutschland, die unter der Hitze in den Sommermonaten leiden mussten, hatten wir einen eher durchwachsenen Sommer. Ich persönlich hätte gerne mehr Sonnentage mit etwas höheren Temperaturen gehabt. Die Spitze war das Wochenende in Riga mit 32 Grad. Ein paar Tage später hatten wir dann aber schon wieder knappe 20 Grad, die wir fast überwiegend hatten.

So eine Reise kann aus meiner Sicht nur dann gemacht werden, wenn das private und berufliche Umfeld stimmen und man auf einen entsprechenden Rückhalt daraus hoffen kann. Der Dank geht in erster Linie an unsere Familien, die uns aktiv unterstützt und geholfen haben diese Reise zu machen. Aber auch unseren Nachbarn ist ein großes Lob auszusprechen. Das Haus war in den besten Händen, die man sich nur wünschen kann und es gab weitere Unterstützung aus dem Kreis der lieben Menschen, die in unserer Nähe wohnen. Natürlich wollen wir uns bei unseren lieben Kolleginnen und Kollegen bedanken. Als wir den Plan, eine Auszeit zu nehmen, verkündeten, gab es durchweg nur ein positives Feedback aus dem Kollegenkreis. Wir hoffen nur, dass die zusätzliche Arbeitsbelastung durch unser Wegsein nicht zu viel war. Dann sind da noch die Freunde, Bekannte und die vielen Segelkameradinnen und -kameraden, die uns durch mannigfaltige Tipps und Tricks unterstützt haben. Danke für die Unterstützung!
Bedanken möchten wir uns aber auch bei all den Menschen, die wir getroffen haben. Die Länder können noch so schön sein, aber es wird, zumindest für uns, erst dann besonders wertvoll, wenn man auf freundliche Mitmenschen trifft. Wir haben überall viele nette Menschen getroffen. Manchmal waren es nur kleine Gesten, ein paar nette Worte, oder auch mehr. Aber das, hat es für uns so besonders gemacht.

Die Reise ist für mich noch nicht ganz zu Ende, weil ich noch übers Wochenende mit meinem Sohn Max und seiner Freundin Dana auf dem Ijsselmeer segeln werde, soweit der Wind das zulässt. Aber für diesen Blog ist hiermit Schluss mit dem Bericht von unserer Reise. 34 Berichte habe ich geschrieben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das durchhalte. Aber, obwohl auch einige Zeit und Energie in die Erstellung der einzelnen Berichte geflossen ist, so hat es mir doch auch viel Spaß gemacht. Umso mehr hatte ich mich gefreut, wenn ich entsprechende Kommentare zu den Einträgen bekommen hatte. Vielen Dank an alle, die sich gemeldet haben, aber auch an diejenigen, die die Berichte einfach nur gelesen haben. Ich hoffe es hat euch Freude gemacht, diese zu lesen. Danke für die Treue!

 

So wie die Schafe bei diesem Kunstwerk in Burdaard ihren Weg gehen, bin ich gespannt wohin unser uns führen wird.

2 Kommentare

  • Brigitte says:

    Lieber Franz, liebe Renate,
    117 Tage und so viele tolle Berichte! Es kommt mir vor, als hätten wir erst in der letzten Woche die kleinen Papierboote zu eurem Abschied gefaltet. Jetzt müssen wir uns überlegen, mit welcher kleinen Überraschung wir euch zurück im Büro begrüßen! 🙂 Ich freue mich auf jeden Fall euch bald wieder zu sehen und noch viele spannende Segelgeschichten von euch zu hören.
    Liebe Grüße
    Brigitte

  • Annette says:

    Lieber Franz, liebe Renate,

    schade!!! Schade, dass eure Reise schon zu Ende ist und danke, dass ihr uns alle an eurem spannenden Abenteur habt teilhaben lassen. Es war toll, euch zu begleiten.
    Kommt gut wieder in Deutschland und im „normalen“ Leben an.
    Viele liebe Grüße!
    Annette

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