Tag 114: Adieu Nordsee

von Franz am 22.09.2019 / in Allgemein

Es kommt schon etwas Wehmut auf. Vor einer guten Stunde habe ich die Schleuse Robbengat in Lauwersoog passiert und liegen nun nicht mehr im Salzwasser, sondern im Lauwersmeer, einem eingedeichten ehemaligen Meeresarm in Holland.
Die Reise ist zwar noch nicht ganz zu Ende, aber es sind nur noch ein paar Tage, bis ich in Lemmer einlaufe und damit zum Abschluss von dieser fantastischen Tour komme.
Ich möchte noch kein Resümee von unserer Reise ziehen, aber es war einfach toll. Kaum zu glauben, dass die Zeit fast schon zu Ende ist.

Heute Morgen ging es noch einmal früh raus. Der Hafenmeister in Norderney meinte, dass ich mit dem Hochwasser auslaufen sollte, wenn ich nach Lauwersoog wollte. Das hätte aber bedeutet, um 4:10 Uhr abzulegen, um die optimalen Gezeitenströmungen mitzunehmen. Nicht nur das 4:10 Uhr auch für mich etwas früh waren, das entscheidende Argument war, dass es zu der Zeit noch stockdunkel ist. Sonnenaufgang war erst für 7:20 Uhr angekündigt und ich hätte die unbefeuerten Tonnen vom Schluchtentief nicht gefunden. Also stand ich um 5:45 Uhr auf und legte um 6:20 Uhr ab, in der Hoffnung, dass ich in der Dämmerung die Tonnen schon finden werde. Und in der Tat, ich war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Es zeichnete sich die erste Tonne vom Schluchtentief ab, und bald sah ich auch die nächsten. Ohne die Tonnen zu sehen wäre ich dort nicht hingefahren, dazu ist das Wasser an einigen Stellen außerhalb des Fahrwassers doch recht flach.

Ich war nicht das einzige Boot, dass auslief

Die Sonne geht auf und Norderney liegt im Hintergrund

Nachdem ich diese Hürde überwunden hatte, konnte ich die Segel setzen und mich Richtung Westen begeben. Der liebe Gott muss es mir und auch den anderen 5 Segelbooten, die mit mir ausliefen, gegönnt haben. Aus meiner seglerischen Sicht war es einer besten Segeltage, die ich während unserer Tour hatte. Die ganze Zeit hatte die Sonne geschienen und ich hatte fast den ganzen Tag über beständigen raumen Wind aus Südost mit 3-4 Bf. Da konnte man ganz entspannt die Fahrt angehen und obwohl es am Ende des Tages etwas mehr als 54 sm waren, kam es mir nicht so vor, als wäre es ein langer Tag gewesen. Ich hatte diese Zeit noch einmal richtig genossen und mir dabei stundenlang kölsche Töne angehört. Es war einfach super.

Jetzt zieht sich das Wetter langsam etwas zu. Morgen soll bewölkt sein mit Westwind und gelegentlichen Schauern. Statt in der Nordsee zu kreuzen und über Kornwedersand in das Ijsselmeer einzulaufen, was auch noch mal weit über 50 sm gewesen wären, fand ich die stehende Mastroute über Leeuwarden dann doch besser. Ich werde nun ganz gemütlich die nächste

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