Tag 95-100: Bornholm, Ystad, Klintholm

von Franz am 09.09.2019 / in Allgemein

Bornholm hatte uns noch festgehalten. Hauptverantwortlich dafür war der Wind. Ich hatte es nicht erwartet, aber Windy und Co. hatten recht. Erst ab Samstag sollte sich für uns ein Windfenster von zwei Tagen öffnen. Dann konnten wir uns auf den Weg machen. Bis dahin hatten wir noch ein paar Tage, die wir sinnvoll nutzen wollten. Zunächst hatten wir uns vorgenommen, dass Boot einmal komplett zu säubern. Den ganzen Dienstag waren wir mit putzen und wienern beschäftigt. Es war aber auch mal dringend notwendig. Prima in Allinge war auch, dass die Waschmaschine und der Wäschetrockner kostenlos genutzt werden konnte. So konnten wir mehrere Maschinen Wäsche durchjagen. In anderen Häfen zahlt man unter Umständen schon mal 5 EUR pro Waschgang. Da waren wir froh, diesen kostenlosen Service in Anspruch nehmen zu können.
Der Mittwoch war mit Faulenzen und Bloggen ausgefüllt. Für Donnerstag hatten wir uns mit Piet und Elke verabredet mit dem Bus zur Fährhafenstadt Rønne zu fahren.
Von dänischen Segelfreunden hatten die beiden erfahren, dass dort am Nachmittag eine Flaggenparade der dänischen Streitkräfte veranstaltet wird. Also hatten wir ein Ziel und fuhren kurz vor Mittag mit dem Bus auf die andere Seite der Insel. In Rønne angekommen ging es zunächst zum Søndre Bådhavn. Dort lagen die beiden mit ihrer Seesack im letzten Jahr für ein paar Tage und hatten sich mit dem Hafenmeister Arne etwas angefreundet. Den 84-jährigen Arne haben wir dann auch in seinem urigen Hafenkontor angetroffen und das Wiedersehen wurde mit Bier und Schnaps begossen.

Das urige Hafenkantor vom Hafenmeister Arne

Anschließend haben wir uns noch etwas die Stadt angeschaut. Die Flaggenparade startete dann um halb fünf. Weil es aber windig und regnerisch war, beschlossen wir, nachdem die Soldaten an uns vorbei promeniert waren, mit dem Bus zurück zu fahren. Es war einfach zu kalt.
Am Freitag sind wir zwei dann noch in das schönste Dorf von Dänemark nach Svaneke an der Südostküste von Bornholm gefahren. Wir sind schon eine Busstation vorher in Listed ausgestiegen. Dort hatten wir uns das Atelier des bekannten hiesigen Künstlers Lindegaard angeschaut, der aus den Teilen des alten Kupferdaches des Kopenhagener Schlosses Skulpturen und Schmuckstücke anfertigte. Die Exponate haben uns so gut gefallen, dass wir eine Kleinigkeit erstanden haben. Anschließend ging ein traumhafter Küstenweg zum Hafenort Svaneke. Das Dorf ist in der Tat wunderschön und wird dementsprechend von vielen Touristen besucht.

In der Galerie Lindegaard wurden wir fündig

Besonders gut hatte uns die Bonbon-Manufaktur Bolcheriet gefallen. Dort konnten wir miterleben, wie aus flüssigem Zucker leckere Bonbons gemacht werden. Aber auch die anderen Boutiquen und Galerien waren sehenswert.

Kaum zu glauben, daraus werden Bonbons hergestellt

 

Svaneke ist schon besonders schön

Am Samstag war es dann endlich soweit. Wir konnten uns auf dem Weg nach Ystad machen. Da am frühen Vormittag der Wind noch etwas heftig war, sind wir erst gegen 11 Uhr losgefahren. Zeitgleich mit uns hatten die übrigen deutschen Segler die Leinen losgeworfen. Alle waren sichtlich froh, dass es endlich weiter ging. Bornholm ist eine wunderschöne Insel und wir werden sicherlich wiederkommen. Aber wenn man mit dem Boot unterwegs ist, möchte man nach 2-3 Tagen weiterkommen und nicht wie wir über eine Woche dortbleiben.

Endlich geht es weiter

Zusammen mit zwei anderen Booten segelten wir zurück zur schwedischen Küste nach Ystad. Nach 35 sm konnten wir am frühen Abend anlegen. Leider hatten wir keine Zeit mehr, uns den Ort anzuschauen. Dafür hatten wir aber einen geselligen Anlegebierabend bei uns an Bord gehabt. Neben Elke und Piet kamen noch Hella und Jan von der Seven zu uns rüber. Die Abende mit den Seglern sind immer wieder schön. Mit Elke und Piet waren wir jetzt fast jeden Abend zusammen. Es gab immer viel zu erzählen und wir haben viel gelacht über all die Segelstorys, die es so zu berichten gab.

Zusammen mit Elke und Piet hatten wir sehr schöne Abende verbracht

Am nächsten Tag, unserem 100 Tag seit Beginn unseres Törns, ging es dann die 54 sm nach Klintholm auf der dänischen Insel Møn. Es war wieder ein langer Tag, der ganz unspektakulär verlief. Es gab ein paar Handelsschiffe und Fähren die unseren Weg kreuzten, aber nur bei einem Schiff mussten wir den Kurs vorübergehend ändern, um nicht zu nahe an ihm vorbei zu fahren. Gegen 18:00 Uhr konnten wir dann in Klintholm anlegen.

Die weißen Klippen auf der Insel Møn kurz vor Klintholm

Und wieder verbrachten wir den Abend zu sechst in gleicher Zusammensetzung wie am Tag zuvor. Es ist einfach schön, wenn man nette Menschen trifft und sich mit denen austauschen und eine schöne Zeit verbringen kann.

Abendstimmung in Klintholm

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