Tag 86-89: Kalmarsund – Autobahn, Adler, Robben und Party

von Franz am 30.08.2019 / in Allgemein

Wenn man den schwedischen Schärengarten Richtung Süden verlässt, muss man sich überlegen, ob man Öland an der Steuerbord- oder Backbordseite lässt. Die meisten Segler entscheiden sich den Kalmarsund, sprich die Meerenge zwischen Öland und dem Festland zu nehmen und somit Öland auf der Backbordseite zu lassen. Was die anderen tun, machen wir auch, ist sicherlich nicht immer so, aber in diesem Fall hatten wir uns auch für den Kalmarsund entschieden. Viele die von Nord nach Süd oder umgekehrt in die andere Richtung fahren, nehmen diese Strecke und manchmal nennt man sie die schwedische Autobahn für Segler, weil das Pendant für die Autofahrer die E22 ist, die parallel entlang der Ostküste entlangläuft.

Nachdem wir den Schärengarten verlassen und unseren ersten Nebeltag hatten, sind wir nach Borgholm auf Öland gesegelt. Obwohl es nur 28 sm waren, haben wir doch den ganzen Tag für die Fahrt dorthin gebraucht, weil der Nebel am Morgen uns doch ordentlich ausgebremst hatte. Somit hatten wir nicht viel Lust und Laune uns den Ort anzuschauen. Aber der Weg zum Supermarkt hatte uns doch durch die Ortsmitte geführt. Auch hier sahen wir, die Saison ist zu Ende. Viele Gastronomiebetriebe hatten ihre Außenbereiche schon geschlossen, obwohl das Wetter eigentlich prima war. Im Yachthafen hatten wir viel Platz und ein gutes Plätzchen für uns gefunden.

Auch wenn wir nicht viel gesehen haben, wir haben ein Herz für Borgholm

Am nächsten Tag ging es dann entspannte 16 sm weiter nach Kalmar. Bevor wir in Kalmar einlaufen konnten, mussten wir noch die Ölandbrücke queren. Die Brücke ist 6 km lang und 42 Meter hoch, so dass wir locker mit unserm Boot durchfahren konnten.

Die Ölandbrücke, 6 km  lang, verbindet das Festland mit Öland

Der Yachthafen von Kalmar liegt ganz zentral. Der Bahnhof ist nur gute 500 Meter entfernt und was das wichtigste für uns Langzeitsegler ist, der Supermarkt, in diesem Fall der COOP, war nur 50 m entfernt. Aber nicht nur das hat uns an Kalmar gefallen. Die Innenstadt von Kalmar ist absolut empfehlenswert. Da ist nicht nur der Dom, sondern auch ganz besonders das Schloss mit dem angrenzenden Park zu erwähnen. Ich hatte ja schon erwähnt, dass der Sommer zurückgekommen ist. Bei wunderbaren 25 Grad haben wir die Stadt erkundet.

Der „Petersdom“ von Kalmar

Das Schloss von Kalmar – vor Jahrhunderten eine wichtige schwedische Festung

Unerwartete, aber doppelte schön, deutsch franzözische Freundschaft in Schweden

Besonders schön war dann noch für uns, dass wir mit Elke und Piet von der Seesack , die wir bereits in Vestervik trafen, und zusammen mit Christoph von der Tunichgut einen sehr vergnüglichen Abend an deren Bord verbrachten.

Im Hafen von Kalmar – Tunichtgut, My Dream und Seesack nebeneinander

Da der Abend doch etwas länger dauerte, ging es entsprechend am nächsten Tag etwas später los. Vorher hatten wir noch etwas Proviant im COOP gebunkert. Nach dem „etwas größeren Hafen“ Kalmar wartete mit Kristianopel wieder ein recht kleiner Hafen auf uns. Eine Kirche, ein Cafe, ein kleiner Supermarkt und ein paar Häuser und das wars. Das ist nicht gerade viel, aber Atmosphäre pur. Vom Hafenmeister hatten wir dann erfahren, dass er nebenbei noch Förster bzw. kommunaler Jäger für den Bereich ist und er ein angefahrenes Reh hatte, dass er als Futter für die drei Adlerpaare auf der benachbarten Insel, bereitlegen wollte. Ob es jetzt See- oder Fischadler waren, konnten wir nicht feststellen, aber wir hatten sie, aus der Ferne, gesehen.

Im Handelsboden gibt es alles, was man braucht!

Kristianopel- im Hintergrund ist die Insel, wo die drei Adlerpaare ihren Horst haben

Als wir in Kalmar waren, hatte ich Elke, Piet und Christhoph gesagt, dass wir noch ein 5 Liter Kölsch-Fässchen hätten, dass jetzt über 1800 Seemeilen hinter sich hat und nun endlich reif für die „Verkostung“ ist. Wir haben uns dann verabredet, dass wir uns alle auf Utklippan treffen, um dort zu prüfen, ob das Kölsch noch genießbar ist.
Utklippan ist die südlichste Insel von Karlskrona und der ideale Ausgangshafen, um von dort nach Bornholm zu übersetzen.
Die Insel wurde Anfang des letzten Jahrhunderts zum „Hafen“ von der schwedischen Marine ausgebaut. Wobei Hafen etwas übertrieben ist, aber es gibt einen Bereich von gut 80 x 80 Metern, wo man gut geschützt liegen kann. Aus vielen Felsen, Möven und anderen Vögeln, hat die Insel noch so etwas wie eine Jungendherberge zu bieten und als besondere Attraktion eine Seehundkolonie auf der südlichen Seite.

Utklippan – nur ein paar Felsen, aber unheimlich schöööööööön

Quadratisch, praktisch, gut – der Hafen von Utklippan

Aber wir hatten uns zuerst zum Grillen und Partymachen verabredet. Mit Seesack, Tunichtgut und später noch mit Solejka und zeitweise auch mit dem Hafenmeister hatten wir einen sehr vergnüglichen Abend, gegrillt und auch Party gemacht. Der Hafenmeister hatte uns dann noch überrascht. Als er das Kölschfässchen gesehen hatte, fragte er uns, ob wir ein ein Pfäffgen mit dabei hätten? Aha, Kölsch ist weit über die Grenzen des Rheinland bekannt!
Insbesondere mit Elke und Piet, aber auch mit Christoph, hat sich ein Band geknüpft, dass wir gerne verstärken und ausbauen wollen. Wir sind gespannt, ob wir sie in den nächsten Häfen noch mal sehen werden?

Jeder bringt was mit und wir kriegen es zum Schluss nicht auf. – Nach 1800 sm – nicht nur das Kölsch schmeckt

Christoph, Elke und Piet – genießen den Abend sichtlich mit uns zusammen

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