Tag 80-85: Die Schären – „zum Besinnen verdammt“

von Franz am 25.08.2019 / in Allgemein

Mit der etwas provokanten Überschrift möchte ich zugegebenen Maßen etwas übertrieben ausdrücken, dass man in den Schären sehr viel Zeit hat. Es sei denn man hat ein Motorboot und jagt mit lautem Getöse und hoher Geschwindigkeit durch die Inselwelt. Das Segeln in den Schären erfordert viel Aufmerksamkeit, aber dadurch, dass man deutlich langsamer unterwegs ist als Motorboote, hat man doch sehr viel Zeit sich die Landschaft und Natur anzuschauen. Man kommt zur Ruhe, kann sich Besinnen. Das wird dann noch verstärkt, wenn man eine geschützte Ankerbucht aufsucht und den Rest des Tages vor Anker liegt. So kommt es uns zumindest vor. Unglaublich, wir kommen noch mehr zur Ruhe als bisher!

Seit wir Stockholm am Montag verlassen hatten, ist nicht sehr viel passiert. Im Wesentlichen hatten wir ganz viel Natur gesehen. Aber die Eindrücke, die wir dort bekommen hatten, kann ich schlecht in Worte fassen. So geht es mir zumindest, vielleicht gibt es andere Literaten, die für die Vielfältigkeit und Schönheit der Natur mehr Worte finden. Nichts desto trotz, hier eine Zusammenfassung der letzten Tage:

Wir hatten uns entschieden den Södertäljekanal zu durchfahren, um in den südlichen Schärengarten von Stockholm zu kommen. Wir hätten uns auch mehr östlich halten können, aber die angesagten Wind- und Wetterverhältnisse für die nächsten Tage, hatte uns für diesen alternativen Weg nicht gepasst. Als erstes mussten wir am Montagvormittag, nach dem Verlassen des Wasa-Hafens die Hammarby-Schleuse in Stockholm passieren.

Zunächst ging es in die Hammarby-Schleuse in Stockholm

Dann hieß es kurz in den Mälaren-See einzufahren, um dann diesen, nach wenigen Seemeilen Richtung Södertalje wieder zu verlassen. In Södertalje gab es dann erneut eine Schleuse, die uns dann nach dem Süßwasser vom Mälaren mit dem Wasser der Ostsee in Kontakt brachte.

Begegnung mit einen Ausflugsdampfer auf dem Mälaren

Dort hatten wir dann auch übernachtet und der Nachmittag wurde genutzt, um das Boot von Algenbewuchs an der Wasserlinie zu befreien. Dazu musste ich hierfür in das erfrischende Wasser steigen und mit einer Bürste die Algen entfernen. Gut war, dass nach getaner Arbeit die heiße Dusche nicht weit entfernt war.

Es hatten sich einige Algen angesetzt, die mussten weg

Am nächsten Tag ging es dann wieder in die Schären zurück und wir entschlossen uns, nach knapp 80 Tagen unterwegs, das erste Mal zu ankern. Im Hafenführer hatten wir eine passende Bucht gefunden und einen sehr ruhigen Nachmittag und Abend an Bord verbracht.

Ankern in einer der vielen Buchten – einfach ein Traum

Am darauf folgenden Tag ging es dann durch die Schären weiter nach Oxelösund. Die Sommersaison im  dortigen Yachthafen war schon beendet, entsprechend leer war es an den Stegen.

Der Sommer ist in Schweden zu Ende und das am 20. August!

Am Folgetag stand wieder Ankern in einer Bucht an. Leider können wir die Bilder der Natur, die wir sehen, so nicht als Fotos aufnehmen. Vielleicht fehlt uns dazu auch die entsprechende Kamera und das dazu notwendige Wissen, um die Schönheit aufzunehmen? Wir ertappen uns immer wieder dabei, wie wir sagen: „Oh, wie toll!“ „Ist das nicht fantastisch?“ oder „Hast du das auch gesehen?“. Wir nehmen auf jeden Fall einen reichen Schatz an Eindrücken für uns mit, aber die Fotos, die wir dann schießen, geben dies einfach nicht wieder.

Wir hätten auch 1000 Bilder machen können und dennoch kann man den echten Eindruck nicht auf`s Bild bannen

So ein Häuschen in Schweden – ein Traum

Nach der Ankerbucht Bokö Hamnik ging es dann am nächsten Tag zur kleinen Stadt Vestervik. Auch dort war die Saison so gut wie beendet. Aber eine kleine Kolonie von deutschen Yachten hatte sich dort eingefunden. Insgesamt lagen dort 8 Boote. Vom Nachbarschiff „Seesack“ war das Pärchen „Elke und Piet“ abends zum Klönen bei uns auf dem Schiff. Die Beiden hatten viel zu erzählen. Schließlich waren sie schon Mitte April in Bremerhaven gestartet und waren bis nach Haparanda am Ende des Botnischen Meerbusen gesegelt. Der Abend war kurzweilig und für uns etwas länger als gewohnt.

Vestervik, eine kleine, nette Stadt in Schweden

Einige Stühle in Vestervik sind mir zumindest etwas zu groß

Wo geht es hin?

Am Samstagmorgen ging es dann bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Süden. Und wieder hatten wir uns eine Bucht zum Ankern ausgesucht. Bei Ekö hatten wir diese dann gefunden. Außer wenigem Vogelgezwitscher hatten wir dort himmlische Ruhe und wir waren das einzige Boot, dass dort lag. Man glaubt es nicht, wie das entspannen kann, wenn am späten Nachmittag die Sonne scheint und man der Sonne beim langsamen Versinken zuschauen kann.

Immer wieder neue Traumplätze

Man sitzt abends an Deck und hört (fast) nichts

Am Sonntagmorgen wurden wir dann überrascht. Zum ersten Mal hatten wir Nebel und dieser war besonders dicht. Am Anfang konnten wir keine 100 Meter weit sehen. Wir hatten die Abfahrt verschoben und nachdem der Nebel sich etwas gelichtet hatte, hieß es Anker auf und ab Richtung Öland. Den schwedischen Schärengarten hatten wir dann damit verlassen.

Überraschung – unser erster Nebeltag

Ups, was kommt da denn aus dem Nebel an?

4 Kommentare

  • Michael says:

    Hallo zusammen!!!

    Freut mich sehr, dass es euch so gut geht! Die Schären kenne ich von den verschiedenen H-Jollen-Törns und ich kann eure Begeisterung sehr gut verstehen

    Euch weiter eine gute Zeit!
    Michael

    • Franz says:

      Hallo Michael,
      als wir den Mälaren passiert haben und durch die Schären gefahren sind, mussten wir sehr oft an dich und deine guten Berichte beim Segelhook in den letzten Wintern denken.
      Vielen Dank auch für deinen Hafenführen, der ist optimal für dieses Gebiet!

  • Martin Weidemann says:

    Hallo Ihr zwei,
    das sind ganz tolle Erlebnisse, die Ihr da beschreibt.
    Die Bilder unterstreichen das.
    Ich wünsche Euch weiterhin gutes Wetter, gute Laune, viel Spass und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
    Martin W.

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