Tag 55- 60: Riga – die Perle

von Franz am 30.07.2019 / in Allgemein

Wenn ich zurück denke an die Zeit vor der Wiedervereinigung und auch danach und wenn man zu der Zeit von Riga hörte, dann war es für mich immer verbunden mit Themen wie der Sowjetunion, kalter Krieg, Spionagegeschichten, etc. und es gab ein Gebäude, dass in diesem Zusammenhang immer mal wieder zu sehen war.  Das war der Kultur- und Wissenschaftspalast, welcher in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurde.

Der Kultur- und Wissenschaftspalast – ein Relikt aus der Sowjetzeit

Wenn man bedenkt, dass 1991 Lettland seine Unabhängigkeit erklärte und sich somit von der Sowjetunion trennte und seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist, dann hat sich in den letzten 30 Jahren sehr viel bewegt und wir zumindest, können es manchmal immer noch nicht begreifen, dass wir jetzt dort sind, wo es früher, zumindest für die westdeutsche Bevölkerung, normalerweise nicht möglich war, dorthin zu reisen.

Es stand auf dem Programm, dass meine Tochter Sabine zusammen mit ihrem Freund Philipp uns in Riga besuchen wollten. Wir liefen jedoch schon einen Tag früher Riga an, um noch das eine oder andere zu erledigen.
Ähnlich wie Danzig liegt Riga an einem Fluss, der Düna und man muss noch einige Kilometer die Mündung, vorbei an Hafen- und Werftanlagen, fahren, bevor man zur eigentlichen Innenstadt gelangt. Riga hat ca. 700.000 Einwohner und somit lebt fast jeder dritte Lette in Riga, die gleichzeitig auch die Hauptstadt von Lettland ist. Neben dem Lettischen hört man auch heute noch sehr viel Russisch. Da liegt daran, dass noch ca. 35% der Bevölkerung von Riga Russen sind.

Bevor wir in der Innenstadt festmachten, legten wir in der Mündung beim Jachtclub Lativijas Jahta an, weil der Hafenführer angab, dass dort eine Yachtwerft sei. Wir hatten uns überlegt, dass das Motoröl und die Diesel- und Ölfilter gewechselt werden müssten, bevor wir uns über Finnland und den Aalands auf den Rückweg machten. Ein freundlicher Hafermeister empfing uns und als er von unserem Anliegen hörte, machte er sich sofort ans Telefon und fragte nach, ob wir einen Termin für eine Wartung bekommen könnten. Dies war jedoch kurzfristig nicht möglich, aber er gab uns die Telefonnummer vom Volvo Penta Händler, der seinen Laden ein Stück weiter der Düna hinauf hatte. Wir machten einen Termin mit ihm aus und fuhren dann den Fluss hoch zur Andrejosta Marina. Die Marina liegt sehr zentral und wir hatten schon die Befürchtung, dass wir aufgrund dieser zentralen Lage keinen Platz bekommen würden. Umso mehr wahren wir überrascht, dass die Marina fast vollständig leer war, als wir dort anlegten.
Den Grund sollten wir später vom ebenfalls freundlichen Hafenmeister erfahren. In der Nähe liegt ein Nachtclub, der auch außen Party veranstaltet und es wäre zumindest am Wochenende abends und nachts nicht leise. Der Hafenmeister empfahl in den City Yacht Club zu wechseln. Der läge zwar auf der anderen Seite von der Düna, aber es wäre dort ruhiger und auch etwas billiger. Eine Nacht blieben wir in der Andrejosta Marina und in der Tat, abends gab es Beschallung. Es war aber zum Glück nicht zu schlimm und gegen 23:00 Uhr hörte dann zum Glück die Musik auch auf. Das war dann ja noch erträglich.

Abendstimmung in der Andrejosta Marina

Am späten Nachmittag waren wir vorher noch beim örtlichen Volvo Penta Händler und machten für Dienstagsvormittag einen Termin für den Ölwechsel aus. Somit hatten wir vier Tage Zeit, ums uns von Freitag bis Montag in aller Ruhe die Stadt anzuschauen.

Riga ist berühmt für seine Oper und seine Jugendstilarchitektur, die sich in vielen Gebäuden der Innenstadt widerspiegelt. Wie viele andere Orte in Lettland ist Riga durchzogen von vielen Parkanlagen. Wir hatten eine Führung durch die Altstadt, die wir nur jedem wärmsten empfehlen können, ein grandioses Orgelkonzert im Dom zu Riga genossen und die vielen Kneipen und Restaurants laden immer wieder zum Verweilen ein. Aber auch die Museen sind erwähnenswert. Im Okkupationsmuseum hatten wir viel über die Geschichte der letzten 100 Jahre in Lettland erfahren und im nationalen Kunstmuseum waren wir mehr als beeindruckt von den vielen begabten lettischen Künstlern. Die einzelnen Stationen alle aufzulisten und zu beschreiben, würde den Blog jetzt sprengen, aber einige Fotos sollen einen Eindruck von dieser tollen Stadt wiedergeben.

 

Das Schwarzhäupter- und Schwabenhaus

Die Lettische Nationaloper – schade es gab keine Aufführung, da haben wir was verpasst.

Jugendstil an unendlich vielen Häusern der Innenstadt

Einer der vielen Parks in Riga

Wir vier vor dem Freiheitsdenkmal

Das nationale Kunstmuseum – ein muss

Die Geburtskathedrale – eine der russisch-orthodoxe Krichen in Riga

Das Orgelkonzert war grandios – Es gab standig Ovations

Die Nationalbibliothek – das Foyer ist beeindruckend

Fast in jeder Seitenstraße der Altstadt gibt es interessante Cafe’s und Kneipen

Ein Spaghetti-Mann vor der Schwedenbank

Nachdem Sabine und Philipp am Montagnachmittag zurück nach Deutschland geflogen sind, hatten wir am Dienstagvormittag noch den Ölwechseltermin auf dem Programm. Pünktlich um 10 Uhr war der Mechaniker bei uns in der Marina und hat aus meiner Sicht sehr kompetent die Wartungsarbeiten durchgeführt. Erfreulich war, dass Kosten für den Ölwechsel deutlich unter den üblichen Preisen in Deutschland und Holland lagen. Aber nicht nur der Motor musste gewartet werden. Unsere Haarpracht musste auch einer „Wartung“ unterzogen werden und so hatten wir beiden noch jeweils einen entsprechenden Termin beim Friseur. Wir hoffen, dass wir damit für die nächste Zeit, wenn es Richtung Estland, Finnland und den Aalands geht, dann erst mal ausgesorgt haben.

Alles vorbereitet für den Ölwechsel

6 Kommentare

  • Greeven Willi says:

    Hallo Ihr beiden,
    wieder schöne Bilder und interessante Berichte!
    Alles Gute für den nächsten Abschnitt.
    Aalands sind ja fast schon Heimatrevier 🙂
    PS: am Wochenende hing morgens der Nebel über dem Laacher See. Nach der Hitzeperiode angenehme Abwechslung, schön leer und einfach nur super!
    Gruß Willi

    • Franz says:

      Hallo Willi,
      also, den Nebel hatten wir noch nicht gehabt und den brauchen wir ehrlich gesagt auch noch nicht. Morgens haben wir z.Z. 11 Grad, das reicht.
      Viele Grüße von uns beiden aus Estland

  • Annette Nett says:

    Hallo ihr 2,
    es ist wirklich toll, euch auf eurer Reise zu begleiten! Weiterhin bin ich mit Spannung auf den nächsten Bericht dabei. Riga ist eine Stadt, die ich auch gerne sehen möchte. Die vielen schönen Fotos steigern die Neugier und den Wunsch, dorthin zu reisen. Nur ein wenig wärmer dürfte es dort schon sein!
    Gute Weiterfahrt und viele liebe Grüße,
    Annette

    • Franz says:

      Hallo Annette,
      ich bin mir sicher, dass dir Riga gefallen würde, auch wenn es nciht ganz so warm ist, wie bei dir in Kroatien.
      Dafür ist es jetzt aber noch um 22:00 Uhr hell, was auch sehr schön ist.
      Und bei der Hitze, die in Deutschland war, sind wir froh im „kühlen“ Norden zu sein und nur 30 Grad gehabt zu haben.
      Viele Grüße nach Dalmatien

  • Katha says:

    Hallo ihr Zwei Abenteurer,

    wie immer super schöne Fotos und Berichte!
    Wir vermissen euch hier aber schon ganz doll!

    Genießt weiterhin die aufregende arbeitsfreie Zeit in vollen Zügen und lasst es euch gut gehen 🙂

    Liebe Grüße
    Katha

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