Tag 34-38: Sopot und das Wetter

von Franz / am 08.07.2019 / in Allgemein

Ursprünglich hatten wir geplant von Danzig direkt nach Klaipeda in Litauen zu segeln. Aus unterschiedlichen Gründen hatte das aber bislang leider noch nicht geklappt.

ungefähre Skizze: (rot: aktuelles Übungsgebiet; grün: die ideale Route; blau: von uns geplante Route)

Zum einen liegt es daran, dass wir nicht den direkten Weg wählen können. Hierzu muss man erläutern, dass wir auf den Weg dorthin russische Hoheitsgewässer queren müssen. Landläufig kennt man ja die 12-Meilen Zone. In dieser Zone, jeweils vom Festland gemessen, können Staaten ihr jeweils nationales Recht geltend machen. Allerdings sieht es hier bei der russischen Enklave von Kaliningrad etwas anders aus. Hier reicht das Seegebiet, das Russland für sich beansprucht, wie ein großes Tortenstück weit in die Ostsee hinein. Das wäre eigentlich noch nicht so schlimm, aber in diesem „Tortenstück“ werden immer wieder Marine-Schießübungen veranstaltet. Diese Gebiete sind teilweise in den Seekarten gekennzeichnet.
Von den freundlichen Hafenmeistern aus Danzig hatten wir einen schwedischen Link bekommen, der Informationen über die aktuellen Sperrgebiete der Marinen der Ostseestaaten wiedergibt. In unserem Fall bedeutet das, dass wir einen riesigen Bogen hinaus in die Ostsee machen müssen, um nach Klaipeda zu kommen. Statt knappe 100 sm müssen wir jetzt gut 140 sm zurücklegen. Es sei denn, wir hätten Lust auf ein Treffen mit der russischen Marine.

Neben dem Weg nach Klaipedia spielt natürlich auch das Wetter eine besondere Rolle. Leider spielt Petrus da nicht so ganz mit, wie wir uns das wünschen. Nach den heißen Tagen in den letzten Wochen nahmen die Temperaturen in der letzten Woche immer mehr ab, dafür nahm der Wind und leider auch der Regen zu. So schauen wir mehrmals täglich aufs Handy und vergleichen die verschiedenen Wetterapps miteinander. Dadurch wird natürlich das Wetter auch nicht besser und vor allem, die Tage, die aus unserer Sicht günstig für eine Überfahrt sind, werden, je näher sie kommen, immer schlechter. So hatten wir bis jetzt schon mehrfach den Überfahrtstermin verschoben.

Ursprünglich wollten wir von Danzig nach Gdynia fahren. Da wir aber von verschiedenen Personen gehört hatten, dass man unbedingt auch Sopot besuchen sollte, hatten wir dies gemacht. Für die Fahrt dorthin waren nicht mehr als 8 sm zu überwinden, wovon schon 5 sm auf den Danziger Hafen kamen.

Leutturm und zentraler Platz von Sopot

Allen, die uns geraten haben nach Sopot zu fahren, gilt jetzt schon mal ein ganz großer Dank. Im Gegensatz zu den anderen Badeorten, die wir bislang kennengelernt hatten, spielt Sopot in einer anderen Liga. Neben dem Grand Hotel gibt es weitere 4 oder 5 Sterne Hotels der bekannten internationalen Marken wie Sheraton, ….

Das Grand Hotel

Und auch sonst sieht der Ort sehr adrett aus. Es gibt Theater, Musikclubs, Kunstgalerien, Parks und vor allem eine lange Seebrücke, die kostenpflichtig ist und an deren Ende der Yachthafen beheimatet ist, vom dem wir nicht nur einen guten Ausblick auf das Treiben auf der Seebrücke haben, sondern ebenso auf den Ort und in die Danziger Bucht hinaus.
Für Samstags hatten wir uns Karten in einer kleinen Kneipe für die Jazz Pretenders besorgt, die vor gut 40 Besuchern guten Jazz der 60er Jahre gespielt hatten.

Toller Abend mit den Jazz Pretenders

Ansonsten hatten wir versucht die 10.000 Schritte am Tag zu erreichen, was wir bislang fast jeden Tag erreicht hatten.
Da das Wetter an den Tagen in Sopot nicht so gut war, hatten wir dann auch jeden Abend an Bord gekocht.
In den Kommentaren zum Blog wurde auch immer Bezug auf unserer Bordküche genommen. Deshalb möchten wir noch zwei Gerichte vorstellen, die wir in Sopot erstmals gekocht und für gut befunden hatten. Ähnlich wie beim Camping, in kleinen Wohnmobilen oder auch bei kleineren Schiffen hat man nicht viel Platz zum Kochen. Da wir nicht nur von Fertiggerichten leben, sondern auch ganz gerne selber was Frisches zubereiten, gab es bei uns in Sopot Lachsfilet in Teriyaki-Gemüse, wobei die Teriyaki-Sauce selbst zubereitet wurde und an einem anderen Abend Süsskartoffelpüree mit schwarzen Bohnen und Feta. Sehr zu Hilfe kam uns das in Stralsund gekaufte Rezeptebuch „One-Pot Challenge“, weil die Rezepte auf zwei Personen abgestimmt sind und in der Regel ohne großen Aufwand gemacht werden können.

Lachsfilet in Teriyaki-Gemüse

Süsskartoffelpüree mit schwarzen Bohnen und Feta

 

Abendstimmung in Sopot

Montagsmorgendrama – Dauerregen

2 Kommentare

  • Wilfried Reimers says:

    Hallo Franni,
    wie schön, dass Du wirklich so fleißig Deinen Blog pflegst, und wie schön, dass wir so alle an Eurer Reise ein bisschen teilhaben können.
    Euch beiden noch weiterhin eine tolle Reise!
    viele Grüße
    Wilfried

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