Vorbereitung 03

von Franz / am 31.03.2019 / in Allgemein

Am Freitag sollte nun das Boot ins Wasser gelassen werden. Alles war perfekt. Das Wetter optimal. Blauer Himmel, Sonnenschein, vorhergesagt für den ganzen Tag mit Temperaturen um die 18 Grad und schwachwindig. Was sollte da noch schiefgehen? Aber es kam anders.

Um 8 Uhr kamen die Mitarbeiter vom Jachtservice und fragten, ob sie mit dem Kranen schon anfangen könnten? Na klar! Also wurde das Boot angehoben und in das Wasser vom Ijsselmeer gesetzt. Der Mast wurde gehoben und mit den neuen Wanten und Stagen auf dem Boot gesetzt und angeschlagen. Perfekt. Dann sollte ich den Motor starten, aber als ich den Anlasser betätigte tat sich nichts. Kein Strom auf dem Panel. Was war das Problem? Es wurde nach der Ursache gesucht, aber ein Fehler ließ sich nicht ermitteln. Der Strom war überall dort, wo er auch sein sollte, nur das Motorpanel hatte keinen. Es wurde ein Ersatzpanel an den Motor angeschlossen und schon konnte dieser gestartet werden. Vermutung, das 30 Jahre alte Panel hat den Geist aufgegeben und muss durch ein neues ersetzt werden. Wie hoch die Kosten sind, kann noch nicht geschätzt werde, aber so ein Panel ist nicht billig. Das hat mich nicht gerade sehr erfreut.

Damit nicht genug, es ging mit den Problemen weiter. Mit dem Mastsetzen sollte auch der neue Windmesser von Raymarine getestet werden. Die Windrichtung wurde richtig angezeigt, aber die Windstärke zeigte konstant 0 an, obwohl sich der Windmesser im Masttopp drehte und ein leichter Wind zu spüren war. Auch hier konnte die Ursache nicht so schnell gefunden werden. Mittlerweile warteten die nächsten Boote auf das Kranen und man bat mich in die Box zu verlegen. Den Fehler würde der Jachtservice der in der kommenden Woche, bei mehr Ruhe, dann beheben. Also fuhr ich dann mit dem Boot in die Box und machte mich dann daran den Großbaum am Mast zu installieren, weil ich doch noch das neue Großsegel anzuschlagen wollte. Ich freute ich schon auf dem Moment, wenn das Segel zum ersten Mal gesetzt ist.

Ich hatte extra das Boot mit dem Heck zum Steg angelegt, weil der Bug damit fast in dem Wind stand. Aber bis dahin hat es noch einige Zeit gedauert. Schließlich mussten noch alle Fallen, Schoten, Reffleinen und die Genua angebracht werden. Dann kam der ersehnte Zeitpunkt und ich packte das nagelneue Segel aus dem Segelsack aus und holte die Segellatten dazu aus dem Auto. Ich schlug das Segel an und begann es zu setzen. Ein tolles Segel, ganz anders als das alte, aber irgendetwas stimmte nicht? Das Segel war komplett gesetzt, jedoch bis zur Spitzte fehlten noch gut 50 cm und auch das Achterliek war ca. 50 cm zu kurz. Oh nein, das kann doch nicht war sein, was ist da denn jetzt passiert? Ich habe sofort beim Segelmacher de Vries angerufen, der in Lemmer ansässig und ein Mitarbeiter kam dann auch schnell zum Liegeplatz. Johan schaute sich das Segel an und sagte, dass das so nicht geht. Das Segel passt nicht!

Was war passiert? Es wurden noch einmal die Maße vom Mast und Großbaum gemessen und mit den Maßen der Bestellung verglichen. In der Tat, es gab dort einen Unterschied von gut 45 cm. Zum Glück hatte ich nicht gemessen, sondern ein Mitarbeiter von de Vries hatte im vergangenen Herbst der Werte aufgenommen. Johan versprach mir das Problem zu lösen. Er nahm das Segel und die Segellatten mit und wollte sich dann telefonisch melden. Nach einer Stunde rief er dann an. Er entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und versprach mir, dass ich in drei Wochen ein neues Segel bekommen würde. Der Fehler ist, aus welchen Gründen auch immer, bei de Vries passiert und sie bedauern dies sehr.
Ich war natürlich dann schon geknickt. An diesem Tag ist doch vieles schief gegangen. Um mir den Tag noch etwas zu versüßen, beschloss ich eine kleine Inspektionsfahrt in die Bucht von Lemmer zu unternehmen. Das Wetter war immer noch traumhaft, Windstille und die Sonne sollte in einer Stunde untergehen. Es war eine schöne Fahrt und der Plotter sowie die Selbststeueranlage funktionierten, während die Sonne langsam unterging. Das hat mich dann doch etwas versöhnt. In der Box habe ich dann noch die Lichterführung kontrolliert und musste feststellen, dass das Dampferlicht immer nur dann anging, wenn ich den Lichtschalter für die Kajütenbeleuchtung einschaltete. Warum auch immer, aber an diesem Freitag sind viele Dinge schief gegangen. Ich hoffe, dass sich dass nicht weiter fortsetzt. Ganz zum Schluss habe ich dann aber noch etwas anderes festgestellt. Wenn ich an der Anschaltpanel den Schalter für die Instrumentenanzeige bediene, dann zeigt die Tankanzeige beim Motor den Füllstand an. Und dann kam die Erinnerung wieder hoch. Natürlich, erst wenn ich diesen Schalter betätige, dann hat der Motorschalter Strom und erst dann kann der Motor gestartet werden. Warum hatte ich daran nicht mehr gedacht? Jetzt müsste nur noch das Ersatzpanel abgeklemmt werden und dann sollte dieses Problem, den Motor zu starten, zumindest gelöst worden sein. Mit der Hoffnung, dass die meisten Probleme damit in der nächsten Woche behoben werden können fuhr ich dann abends zurück nach Hause.

Eine versöhnliche Abendstimmung während der Inspektionsfahrt

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